Wände

Inhalt

Anforderungen an die Wanddämmung
Dämmsysteme
Dämmstoffe
Außendämmung
Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)
Einblasdämmung
Kerndämmung
Innendämmung
Probleme beider Systeme
Dämmputze

 

Anforderungen an die Wanddämmung

 

  • Kälteschutz im Winter

  • Wärmeschutz im Sommer

  • Schallschutz

  • Schutz vor Feuchte und Zugluft

 

Dämmsysteme

 

Nach der Lage der Dämmschicht wird nach den folgenden Systemen unterschieden:

 

Varianten

Aus bauphysikalischen Gründen sollte eine Innendämmung nur eingebaut werden,
wenn keine Außen- oder Kerndämmung möglich ist.

 

Dämmstoffe

 

Im Handel sind diverse natürliche, künstliche, organische oder anorganische Dämmstoffe erhältlich, die die Anforderungen an eine Wanddämmung in unterschiedlichsten Ausprägungen erfüllen.

Hinsichtlich ihrer Lieferform unterscheidet man

  • Einblasdämmstoffe

  • Mattendämmstoffe

  • Plattendämmstoffe und

  • Schüttdämmstoffe.

 

Hier eine Bewertung unterschiedlicher Dämmstoffe:

Dämmstoffvergleich

Eine ideale Dämmung der Wand wirkt im Sommer und Winter gleichermaßen gut.

Die sommerliche Hitze, die nur wenige Stunden auf die Außenwände einwirkt sollte so gedämpft werden, dass erst spät am Abend möglichst geringe Spitzenwerte auf die Innenseite zur Raumluft gelangen.

Über die kühleren Temperaturen der Nacht kann das Gebäude wieder abgekühlt werden.

Während für den winterlichen Wärmeschutz der U-Wert maßgeblich ist, ist der sommerliche Wärmeschutz wesentlich komplexer zu betrachten.

Neben der Materialmasse übt die Wärmespeicherfähigkeit und die Zeit bis die Wärme nach innen durchdringt (Phasenverschiebung) einen großen Anteil auf den sommerlichen Wärmeschutz der Außenwände aus.

 

 Außendämmung

 

Aussendämmung

Vorteile

 

  • geringe thermische Beanspruchung der Tragwand

  • reduziert die Wirkung von Wärmebrücken

  • Erhalt der Wandspeicherfähigkeit  

 

Nachteile:

 

  • Dämmstoff benötigt Wetterschutz

  • hohe thermische Belastung des Außenputzes

  • Tauwasserbildung -> Algen

 

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)

 

Wärmedämmverbundsystem

Quelle: Sto

WDVS aus aufeinander abgestimmten Baustoffen sind die am meisten eingesetzten Systeme um eine Gebäude Außenwand energetisch zu sanieren.

 

Die grundlegenden Eigenschaften eines WDVS bestimmt der Dämmstoff.

Das Polystyrol als Dämmstoff in letzter Zeit durch die von den Medien angefachte Diskussion zum Brandverhalten in die Kritik geraten ist, möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen.

Eine Untersuchung, die auch das Thema Brandschutz enthält finden Sie hier.

  • Je nach eingesetztem Dämmstoff kommen unterschiedliche Putze und Putzstärken zum Einsatz.

  • Der Dämmstoff auf die Wand geklebt und meist zusätzlich mit Dämmstoffdübeln befestigt.

  • Auf dem Dämmstoff wird ein Armierungsgewebe in die Armierungsmasse eingebettet, den Abschluss des WDVS bildet der Außenputz.

  • Dämmstoffe eines WDVS müssen hohen Ansprüchen genügen. Viele Materialien kommen schon aufgrund ihres Brandverhaltens oder ihres Wasseraufnahmevermögens nicht infrage.

WDVS müssen bauaufsichtlich zugelassen sein und werden nur von Herstellern von WDVS geliefert.

 

WDVS Innovationen

Nachrüstung Komfortlüftung

 WDVS mit integrierten Lüftungskanälen

Lüftung integriert

Quelle: Sto

 

  

Zweilagige Verlegung

WDVS zweilagig 

 

Quelle: Sto

Eine zweilagige Verlegung ist besonders bei großen Dämmstoffdicken im Vorteil.

  • Wärmebrücken werden durch die versetzte Anordnung und das Überdämmen der Dübel vermieden.

  • Ein Fenstereinbau in der Dämmebene ist problemlos möglich.

  

Solare Wandheizung - mit transparenter Wärmedämmung

 

Solar WDVS

Quelle: Sto

Volksbank St. Blasien

 

Eine solare Wandheizung arbeitet selektiv.

  • Im Winter, also bei tief stehender Sonne, leiten die transparenten Fasern des Dämmstoffs die Energie weiter.

  • Im Sommer, wenn zusätzliche Wärme im Haus unerwünscht ist, reflektiert die Oberfläche die Sonnenstrahlen und schützt so als Bestandteil WDVS vor Überhitzung.

An der Südfassade sind Energiegewinne von ca. 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter Dämmung im Jahr zu erwarten.

10 bis 30 Prozent der Fassadenfläche werden als solare Wandheizung ausgeführt, der Rest als konventionelles WDVS.

 

 

Vakuumdämmung

Vakuumdämmung

Quelle: Sto

 

Während herkömmliche Dämmstoffe einen U-Wert von 0,22 - 0,40 W/m2K besitzen, hat ein Vakuum-Insulation-Panel (VIP) einen U-Wert vom 0,006 - 0,008 W/m2K.

 

  • Dadurch kann mit extrem dünnen Materialstärken gearbeitet werden.

  • Höchste Sorgfalt bei der Verarbeitung und eine sehr gute Planung sind erforderlich, da jede Beschädigung des VIP die Dämmwirkung stark reduziert.

Langzeiterfahrungen mit VIP sind noch nicht vorhanden.

 

 

Brennwert -"Schornstein" im WDVS integriert

SKOBIFIX® WDVS wird außen an der Fassade installiert und verschwindet durch seine äußerst geringen Abmessungen vollständig in der Wärmedämmung.

BW Skobifix
Quelle: Skoberne

Der Schacht beeinträchtigt die durchgängige Wärmedämmung so gut wie nicht, da das Material der Schachtelemente, die Schaumkeramik, hervorragende Dämmeigenschaften hat.

  

Einblasdämmung 

Thermisch optimierte Unterkonstruktion.

 

Lambdaplus

Quelle: Isofloc, Lamdaplus

 

Eine gute Alternative zu herkömmlichen WDVS-Systemen ist eine Fassadendämmung mit Einblasdämmstoffen.

 

  • Auf die Unterkonstruktion werden handelsübliche Putzträgerplatten, Drahtgitter (Stucanet) oder Ziegelrabbiz aufgebracht.

  • In den Zwischenraum werden Zellulose, Faserdämmstoff oder Holzspäne eingeblasen.

  • Diese Konstruktion lässt ihnen bei der Gestaltung der Außenfassade die Wahl zwischen Putz, Holz, Metall, Glas und Keramik.

 

 

Kerndämmung


Kerndämmung

 Vorteil

 

  • bauphysikalisch ideal

Nachteile

 

  • Durchfeuchtung des Dämmstoffes; Diffusion nach innen

  • teuer

  • nachträglich kaum möglich

 

Kerndämmungen werden vor allem in Norddeutschland weit verbreitet.

In unserer Region sehr selten.

 

 

Innendämmung

 Innendämmung

Vorteile

 

  • schnelles Aufheizen der Räume

  • geringere Kosten

Nachteile

 

  • keine Speicherfähigkeit der Außenwand

  • Vermeidung von Wärmebrücken aufwändig

  • thermische Beanspruchung der Tragwand

  • reduziert den Wohnraum

  • Befestigung von Gegenständen

  • Tauwasserproblematik 

  

Systeme mit Dampfsperre
Verbundplatten

Verbundplatte

Quelle: Knauf

 

Innendämmungen mit Verbundplatten wurden bereits in den 70er Jahren verbaut.

 

  • Ein bekannter Wandaufbau um 1970 bestand aus 30 cm dicken Bims-Hohlblocksteinen, die innen mit 2,0 cm Polystyrolplatten gedämmt und mit Gipskarton verkleidet wurden.

 

Vorsatzschale

 

Vorsatzschale

 

Quelle: Rockwool

 

Probleme beider Systeme

Bauteilanschlüsse und -durchdringungen:


Eine lückenlose Verlegung der Dampfsperre kann nicht immer umgesetzt werden.

Schon eine leichte Verletzung der Dampfsperre, z. B. durch einen Nagel oder beim Setzen der Steckdosen, führt zu einer schadhaften Konstruktion.

 

Kapillaraktive, diffusionsoffene Systeme

 

Feuchtigkeit aus dem Raum wird

 

Inaevero

Quelle: Sto

 

  • von der Dämmung aufgenommen (1)

  • von der Kleberschicht weitergeleitet (2)

  • im Dämmstoff verteilt (3)

  • wieder an den Raum abgegeben (4)

 

Innendämmung

Quelle: Sto

 

 

Problemstellungen bei Innendämmungen

Wärmebrücken


Eine Innendämmung reduziert bei niedrigen Außentemperaturen die Temperatur der Außenwand.

Wandtemperaturen

Quelle: Fraunhofer Institut für Bauphysik

 

 

  • Die rechte Seite des Bildes (roter Kreis) zeigt, dass bei sehr kalten Außentemperaturen die Ecke zur Innenwand Temperatur- und Feuchtigkeitswerte erreichen bei denen Schimmelwachstum vorprogrammiert ist.

  • Links (grüner Kreis) wurden bauliche Maßnahmen getroffen, das Problem zu vermeiden.

  • Im Handel sind optisch ansprechende Lösungen (Dämmstoffkeile) erhältlich um das Problem zu lösen.

 

Dämmkeil 

Quelle: Gutex

 

Tauwasserproblematik

  • Die Temperatur, hinter der Dämmung kann unter den Taupunkt der Raumluft sinken.

  • Feuchte durch Wasserdampfdiffusion oder Luftkonvektion aus dem Wohnraum kann in diesem Bereich anfallen.

  • Um Luftkonvektion zu verhindern, muss der gesamte Wandaufbau luftdicht ausgeführt werden.

  • Auch die Austrocknung der Außenwand nach einem Schlagregen kann stark behindert werden.

Schlagregen

 Quelle: Fraunhofer Institut für Bauphysik

 

 

Dämmputze

WDVS Daemmputze

Mineralische Gemische wie z. B. Kalkzement werden durch Zugabe von leichten, porösen Materialien wie z. B. Perlite, Blähglas, Bimsstein oder Kügelchen aus expandiertem Polystyrol (EPS) oder Aerogelen in der Wärmeleitfähigkeit stark vermindert.

 

Vorteile

  • auch bei denkmalgeschützten Fassaden einsetzbar.
  • geringe Putzstärken bei baulichen Restriktionen realisierbar.
  • kappilaraktiv.

Nachteile

  • Wärmeleitfähigkeit von Dämmputzen in der Regel deutlich höher als die von gängigen Dämmstoffen für Dämmplatten.
  • Mechanische Stabilität eines besonders leichten und dicken Putzes ist tendenziell geringer als bei einem herkömmlichen Putz.
  • In der Dicke der Putzschicht begrenzt.

 

weitere Infos

Wände müssen atmen
WDVS Mythen  

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