Flächenheizung

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Definition
Vorteile
Fußbodenheizung
Wandheizung
Deckenheizung
Fertigdecke

 

 Heizsysteme

 Quelle: Klimatop

 

Definition

Flächenheizungen sind Heizflächen, die Wärme über die Flächen von Bauteilen eines Gebäudes abgeben.

Als Flächen stehen in Räumen prinzipiell der Fußboden, die Decke und die Wandflächen zur Verfügung.

Jede dieser Flächen zeichnet sich durch spezielle Eigenschaften aus.


Flächenheizungen gliedern sich in

  • Fußbodenheizung

  • Wandheizung

  • Deckenheizung

  • Bauteilheizung, Bauteilaktivierung


Der Begriff Flächenheizung wird oft im Zusammenhang mit der Flächenkühlung genannt, da sich Flächenheizungen auch zur Kühlung eines Gebäudes eignen.

Bevor Sie sich überlegen, welche Art von Flächenheizung für Sie in Frage kommt, sollte geprüft werden ob der Dämmstandard des Gebäudes und die baulichen Gegebenheiten den Einbau einer Flächenheizung überhaupt ermöglichen.

 

Vorteile

Da Flächenheizungen die Umfassungsflächen erwärmen, erhöhen diese die Thermische Behaglichkeit

Die niedrigen Systemtemperaturen(Niedertemperaturheizsystem) eignen sie sich besonders für moderne Brennwerttechnik, Wärmepumpenheizung und beim Einsatz in Verbindung mit Solarthermie.

 

Strahlungsanteil

Strahlungswärme besteht elektromagnetischen Wellen im Infrarotbereich.

Stoßen diese auf Gegenstände, absorbieren diese die Wellen und wandeln sie in Wärme um.

Die Erwärmung erfolgt somit von innen und erzeugt auf diese Weise ein für Menschen angenehmes Gefühl.

Die Strahlungswärme hat außerdem den Vorteil, dass durch sie der Raum schneller erhitzt wird als durch Konvektion.


Strahlungsanteile verschiedener Heizsysteme

 Deckenheizung 92 %
 Wandheizung 69 %
 Fußbodenheizung 50 %  69 %
 Flachheizkörper ca. 50 %
 Konvektoren  10 %

Das subjektive Wärmeempfinden ist abhängig von der Raumlufttemperatur und der Strahlungswärme der Fläche, die durch deren Oberflächentemperatur definiert wird.
Bei einem hohen Anteil an Strahlungswärme kann die Raumtemperatur je nach System um 1- 3 oC abgesenkt werden, ohne dass subjektiv ein Temperaturrückgang empfunden wird.

 

Fußbodenheizung

 FBH

Quelle: Uponor

 

Heizestriche – also Estriche mit eingebauter Fußbodenheizung – müssen nach DIN 18560 mit 40mm bzw. 45mm Estrichüberdeckung eingebaut werden. 

Im bayrischen 10.000 Häuserprogramm wird in der Technikvariante T 1.4 in Kombination mit Kompressionswärmepumpen eine Estrichdicke von 60mm gefordert.

 

Eigenschaften

  • (sehr) träges Heizsystem.

  • höherer Konvektionsanteil durch Wärmeleitung ->Luftbewegung, Staubverwirbelung.

  • Leistung abhängig von Belag und Möblierung.

  • schlecht gedämmte Fenstern lassen Kaltluft über die Fensterfläche mehr oder weniger ungehindert in den Raum einströmen.
    Feuchtigkeit kann sich an den kalten Fensterflächen bilden.

  • Ist unter der Fußbodenheizung zu wenig Dämmung vorhanden, wird die darunter liegende Decke zu einer Deckenheizung. 

 

Nach DIN EN 1264 darf die maximale Oberflächentemperatur von Fußbodenheizungen höchstens 29 oC betragen, da höhere Temperaturen für den Menschen langfristig ungesund sind.

 

Für die Modernisierung im Altbau werden Heiz- und Kühlsysteme von verschiedenen Herstellern angeboten.

Extrem niedrige, flächige Aufbauten mit der daraus resultierenden hohen Reaktionsgeschwindigkeit des Systems eröffnen neue Perspektiven für Planung und Installation.

 

 

Wandheizung

 

Wandheizung

Einfacher als eine Fußbodenheizung lässt sich eine Wandheizung nachrüsten.

Abhängig vom Dämmstandard des Gebäudes müssen 25-100 % Ihrer Wohnfläche als Heizfläche angebracht werden.   

 

Eigenschaften

  • Möbel behindern/verzögern die Wärmeabgabe der Heizung. 

  • häufig eine deutliche Raumluftströmung, die zu einer unbehaglichen Temperaturverteilung im Raum führen kann.
    Dieser Effekt tritt insbesondere dann auf, wenn Innenwände verwendet werden.  

  • Beim Bohren und Nageln muss auf den Verlauf der Rohre geachtet werden.

 

 

Deckenheizung

 

 wasserführend, nicht elektrisch!!!

Deckenheizung
Ein reales Objekt

 

Eigenschaften

  • höchster Strahlungsanteil aller Flächenheizssysteme

  • meist geringe Konvektion da die an der Decke erwärmte Luft nicht weiter aufsteigen kann

  • gleichmäßiges Temperaturprofil im Raum.
    Das hat zur Folge, dass der Raum wärmer empfunden wird und so die Raumlufttemperatur um 2 bis 3 Kelvin abgesenkt werden kann.

  • schnell, durch die geringe Masse.

  • lässt sich nahezu überall nachrüsten.

  • hohe Kühlleistung möglich 

  • Auslässe in der Decke (Lüftung) und Einbauleuchten müssen vor der Montage geplant werden.

  • Beim Bohren und Schrauben muss auf den Verlauf der Rohre geachtet werden.

  • Freie Wahl des Bodenbelags.

Deckenheizung = Warmer Kopf und kalte Füße.

Das denken die meisten, wenn sie das erste Mal etwas von "Strahlungswärme von der Decke" hören.

Nein, es gibt keinen heißen Kopf!

 

  • Eine Deckenheizung heizt zwar tatsächlich "von oben". Die Abgabe der Wärme von der Decke wird jedoch nicht als störend, sondern als angenehm empfunden.

  • Der Grund: Die Vorlauftemperatur in der Decke beträgt im Schnitt zwischen 28 °C und 32 °C. Sie liegt damit deutlich unter der Körpertemperatur.

Kalte Füße gibt es auch nicht!

  • Die Strahlung wird vom Fußboden und von den Wänden teils absorbiert, teils reflektiert.

  • Das entstehende diffuse Strahlungsfeld bewirkt eine gleichmäßige Erwärmung der Wände und Gegenstände im Raum.

  • Selbst unter dem Tisch wird es warm.

 

 

Fertigdecke

Fertigdecke

 

 

Für den Neubau sind Fertigdeckenelemente mit eingebauter Deckenheizung erhältlich. 

Gegenüber einer Fußbodenheizung beträgt die Reaktionszeit der "DX-Therm-Klimadecke" nach Herstellerangaben ca. 66 Minuten, um ihre volle Heiz-/Kühlleistung zu erbringen.

Eine Fußbodenheizung dagegen benötigt ca. 180 Minuten, also fast die dreifache Zeit.

 

weitere Infos

Leistungsabgabe unterschiedlicher Deckenheizungen

back

 

Seit der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre spielen Flächenheizsysteme eine wichtige Rolle in der Heiztechnik. Waren es zunächst Fußbodenheizungen, sind heute auch Wand- und Deckenheizungen üblich. Letztere geben ihre Wärme größtenteils als Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) an den Raum ab. Die Wärmestrahlen treffen auf die übrigen Raumflächen und erwärmen sie. Die Flächen wiederum geben die Wärme teils über Strahlung, teils über Konvektion (Umwälzung) ab. Da die an der Decke erwärmte Luft meistens nicht weiter aufsteigen kann, ist der Konvektionsanteil jedoch gering. Stattdessen kommt der Effekt der Strahlungsheizung zum Tragen, der ein gleichmäßiges Temperaturprofil erzeugt. Das hat zur Folge, dass der Raum wärmer empfunden wird und so die Raumlufttemperatur um 2 bis 3 Kelvin abgesenkt werden kann.